r armseligen Einwanderer, und zwar i> besondere in den kleinen, engen Strassen und Durchgängen, deren 8ch|D tzige, dunkle Wohnungen von einer gedrängt lebenden Bevölkerung ^ füllt sind, und jeder ausgiebigen Durchlüllung entbehren ; allein die fCf^' heit ist in Amerika schon lange heimisch und frequent gewesen, eb^ massenhaften Einwanderungen von Europa her diese Missstände, ^ auch nicht erzeugten, doch wesentlich steigerten, und sie kommt da^^ auch heute noch sehr häufig unter den gunstiger situirten Voiksklassen wo jene Schädlichkeiten nicht angetroffen werden; so erklärt Ca rtwri f „those children who enjoy ihe advantages of large, cool houses, of ^ „fortable clothing, of cleanliness and of a wholesome arid well regi^l' „diet, and who are diligenlly watched over by careful nurses, are bi „nieans entirely exempted from its attacks^ und in derselben Weise iM chen sich Meigs, Hallowell u. a. aus. Uebrigens ist bei Beurtherl^ der vorliegenden Frage der Umstand nicht ausser Acht zu lassen, das^ vielen Gegenden Europas, Asiens, Afrikas und Südamerikas, wo jene Bü stände in einem nicht geringeren Grade angelroffen werden, die Krankli doch nur selten, und meist sporadisch beobachtet wird. §. 127. Ein besonderes Gewicht ist von den meisten, amerika sehen, wie europäischen, Beobachtern auf den Umstand gelegt woid dass das endemische Vorherrschen der Krankheit fast nur auf Sii<l oder grössere Ortschaften mit einer gedrängt lebenden Bevölkerung i schränkt, und in Amerika die Krankheit eben erst in neuerer, und * neuesten Zeit ausnahmsweise auch auf dem flachen Lande beobact worden ist, ein Verhältniss, das sich u. a. in dem Umstände ausspri( dass die Verbreitung von Cholera Infant auf dem Nordamerikanisel Organ -Hranklieiteiu EndeimicliB Eolik. B« 16 in demselben Maasse altgemeiner geworden, als sich die Be« in Sladten und geschlossenen Ftälzen angehäuft hat, und in n Verhältnisse von Osten nach Süden und Westen forlgeschrittcn ftls an Stelle verelnzeller Ansiedelungen (Farmen) volkreiche F>Jätze Slldte getreten sind, und welches, so viel ich lareiss, auch für das en der Krankheit auf europüischem Boden massgebend isL Man e Thutsache, und, wie es seheint, mit Recht, mil dem Umstände erbindung gebracht, dass eines der wesenllichslen ätiologischen Mo- , Sottämerhitze, innerhalb der genannten Oertlichkeiten sich in einem höheren und empfindlicheren Grade Tühlbar macht, als unter enige- esetzien Verhultnissen , und als ein Beweis hielür dürfte namentlich lüde Thatsaehe gellen: £s war eine, namentlich von Bush empfoh- und vielfach mit Erfolg geübte Praktik, die von der Krankheit er- aen oder bedrohten Kinder sogleich aus der Stadt auis Land zu schi- ; in neuerer Zeil aber, seitdem massenhafte Ausholzungen tm Üm- der grossen Stadle slatlgehabt haben, und die nächste Umgebung feelben ihres Waldschmuckes beraubt, den gliihefiden Sonnenstrahlen l^legl ist, hat sirh jenes Verfahren nicht mehr hülfreich bewiesen*),— karin übiigens nicht umhin, bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, dass man entschieden zuweit gehen würde, Hilze als End- he von Cholera inf. anzusehen; die Krankheil zeigt einen so ent- i«den lokalen Charokier, dass man das eigentlich pathogenetische Mo- auch in einer lokalen Ursache suchen niuss, deren Quelle und Wesen- 1 uns bis jelzt allerdings ganz fremd geblieben, und deren Erkenntniss Ai weiter gefördert ist, wenn wir für dieselbe mit Cartwrighl und ewari ein Miasma, oder mit Page „some epidemic or pecullar con- imion of Ihe aimosphere of cities" subsüttiiren. — |, 12Ä Unter den physiologischen Momenten, die einen nach- liibiren Einfluss auf das Vorkommen von Cholera inf, äussern , ist zu- eilst das Aller des Individuums zu nennen; die Krankheit kommt fasl mkj Kindern in den ersten 2 Lebensjahren, vorzugsweise zwischen »0—16 Monale vor, und daher ist „der zweile Sommer*" sprichwört- die gelahrlichsle und gelürchtetste Zeit für die Kinder in Nordamerika; üwnliich scheint die Zeit der Dentition und Entwöhnung in dieser Bc- ^ürif von wesentlichem, aber keineswegs entscheidendem Einflüsse. besonders interessant endlich erwähne ich, bezüglich des Einflusses Race auf das Vorkommen der Krankheit, das %on Fr ick in Bai- lore ermillelte Faktum, dass die Sterblichkeit an Cholera inf, unter Kindern der Weissen doppelt so gross, als unter denen der braunen schwanen Haceti ist C. Endemische Kolik §, 129^ Unter dem Namen der Kolik von Pollnu, von Madrid, von l^fishlre,der Colicainlertropica, vegetabilis,Colique seche, dry-belly-ache andern, iheils von der Oerllichkeil des Vorkommens, Iheils von der omrien Ursache, oder endlich von den hervorragendsten Krankheits- etnungen abgeleiteten, Namen sind im Laufe der letzten Jahrhunderte «rerschiedenen Punkten der Erdoberfläche mehrere tbeils endemisch, epidemisch herrschende Krankheiten beschrieben worden, welche ir«lL ««BwlUeb Fotttti L e, lil. itH Hirteil, liiftoriioh geogra|»hitolie PallidogM. insgesammt ihren Erscheinungen nach vollkommen den Charakter der Hö- kolilc tragen, deren Entstehung jedoch, wie von den meisten dersehen Araber behauptet worden ist, und von nicht wenigen noch beute behauptet wird, nicht auf eine Bleivergiftung zurückgeführt werden darf, sondern vi andern, mit Sicherheit noch nicht ermittelten, Ursachen beruhen solL Da Gegenstand hat innerhalb der letzten drei Decennien insofern ein seh wesentliches praktisches Interesse gewonnen, als sich seit etwa 20—90 Jahren auf der französischen Kriegs -Marine eine, den oben genaonta Krankheitsformen vollkommen analoge, Krankheit in grosser Verbrei- tung und in sehr verderblicher Weise beroerklich zu maehen angehasa hat, und die Frage nach dem Ursprünge des Leidens, trotz zahlreicb« Beobachtungen und Untersuchungen, dennoch mit Sicherheil noch imma nicht beantwortet ist Wenn ich auch weit davon entfernt bin, die si- chere Lösung solcher Fragen auf einem andern Wege, als dem der ei- akten Untersuchung zu erwarten, so glaube ich doch, dass die geschiebl- liche Forschung auf dem Wege der Analogie auch hiefur manchen Aat schluss zu bieten, und doch wenigstens zu lehren vermag, was die Er- fahrung in ähnlichen Fällen festgestellt hat, worauf also die Auflhierksam- keit der Forscher sich vorzugsweise wenden muss. — Einen in diesen Sinne bearbeiteten historischen Ueberblick habe ich nun in der folgendei Darstellung entworfen, in welcher ich die Thatsachen in drei Kategoriei geordnet habe; in der ersten theile ich alle bisher bekannt gewordeaa Berichte über das epidemische oder endemische Vorherrschen der soge- nannten vegetabilischen Kolik in den gemässigten Breiten mit, in der zwei- ten stelle ich die Fakta zusammen, welche das endemische Vori^errschei der Krankheit in den Tropen betreffen, und in der dritten ziehe ich dai Vorkommen derselben auf Schiffen in Betracht, im Allgemeinen aber heb« ich nochmals die, von fast allen Beobachtern, und selbst von solchen welche den Bleiursprung der Krankheit läugnen, zugegebene Thatsachi hervor, dass sich diese colica vegetabilis symptomatologisch in keinei Weise von Bleikolik unterscheidet, dass die von einzelnen Seiten geltem gemachten Unterschiede zwischen beiden Krankheitsformen entweder gani unwesentlich, und von zufälligen Erscheinungen abhängig, oder geraden ungegründet sind, dass die Krankheit vielmehr dasselbe Vorbotenstadium denselben Verlauf, dieselben heftigen und schmerzhaften Zul%lie, dieselbe! unangenehmen Coniplikationen, dieselbe Neigung zu Rückfällen, diesellx Gefahr bezüglich des Ausganges in den Tod oder unheilbare Stöningeo wie Bleikolik hat, dieselbe Behandlungs weise, wie diese, fordert, dass es sich, wie gesagt, lediglich um die Entscheidung der Frage handelt, ob efl eine, der Bleikolik vollkommen ähnliche oder gleiche, Krankheitsform giebt, deren Genese auf einem andern ätic logischen Momente, als Bleivergiftung, beruht §. 130. Die früheste Nachricht über das endemisch -epidemische Vorherrschen von Kolik finden wir bei Paulus Aegineta, der, in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts lebend, bei Besprechung der Kolik folgende Notiz macht i): ,,Arbitror etiam eam qoae nnne invalnil eolleam aflectioneni, ex talibvt kviiM- ^TUNit (d. h. krinkhaAen SäfUn) geoeratain eise, qnae ab lialia« qnidem regiooibii ^iniUnn cepit , ted in aliit mnlUt Romanae ReipobUcae locis grataala eal , peaiileili ^qBadam distriboUoDe (d. h. in Art «Der Epidemie): in qua pleritqae in morbnii „comlüalem, aliis ad arlnum retoluiionem, seryalo tento, qoibntdam ad ambo, deJa^ 1) De re medlca IIb. in. oap. iS, Ürgui'Kftmklieitdii. Endemisdie KaHk 263 eonflf)!. Et qol ^Dideiu id comUltTeEi] ätltp$l iQDl, plerfque fenemtil, qni «d revolttljoaem, plenqae lervati suor^ Ich lasse dahin geatetit, ob man es hier mit emer, der sogenannten ica vef etabiüs an^ehörigen, KrankheiLsform, tind nomentlich einem durch Ivergiflun^ bedinglen Leiden zti ihim hat, da über die Art des Vor- Dmens und die Ursache jener Epidemie nichts weiter gesagt ist; darauf IT glaube ich aufmerksam n^achen zu müssen, dass, wenn auch denAerz- des Atienhums die giaigen EigenschaRen vou Blei entschieden be- im waren ^), dieselben, und specieU Paulus, der ßleikolik selbst doch ketnem Wqrle erwähnen, also angenoirmien werden darf, dass gerade je Form von BleivergiUung nicht zu ihrer Erkenntniss gelangt war. Eine zweite, entschieden hiehergehörlge, und, wie ich glaube, ge- aur Bleikolik zu beziehende Notiz linden wir in den aus dem 16. , datircnden Miitheilungcn von Oe thae tis') über das endemische Vor- sehen einer sehr bösartigen Krankheit in vielen Gegenden Frankreichs Deutschlands. „In hoc itaque msi\] genere'\ b«isst es daielbsi, „Mliid prirno notandom e»t, ^od Ix im« graftsetur in ii« locis, \n quibu« vel tri na forlia, vel «ul(>ha<> «« aQl nateunidr ant in frequentiori d^q exUtnnt, Ac ob id Franconia, tvonia, AuftlHa« EhaelUe quacdatn pars maxime huje malo obnoxiae sunt. Prae- ^m ho» eüim hominis maxime oecupal, qai vel in aulis vivunl, vel in coenöbSN, L lo Cetleglis SacerdQtttmf quod largiore polu ac viclu pieromque utftn- «I «terciUU debttU atil opporiuma taepe careiat'*. Nach einer vor trefflichen Beschreibung des Krankheitsverlaufes, welche Pf die NfUiir des Leidens (ßleikolik) kaum einen Zweifel übrig lässl, derholt Oelhaeus noch einmal, dass der Hauptgrund der Krankheit liewissen Eigenschallen der Weine gesucht werden miisse, und zwar rohl in gewissen, dem Weine angebornen Quaüläten, als in den rch künstliche Behandlung desselben bedingten Elgen- tiaften, Dass es sich hier um eine Bearbeitung des Weines mit Blei idelt. kann, meiner Ansicht nach, nicht bezweifelt werden. Eben dieser Notiz schllesst sich nun eine Thatsache an, welche — ■ die aus der Geschichte der Colica vegetabilis zuerst bekannter gcwor- fe ^~ im vergangenen Jahrhunderte sehr viel von sich reden gemacht , da» endemische Vorherrschen einer Kolik im südlichen Frankreich, Iche namentlich in Poftou beobachtet, und daher als Kolik v. Poitöu, tca Pictonum, bezeichnet worden ist* Die erste Nachricht über dieselbe Citesius*) veröffentlicht, derazufolge sich die Krankheit daselbst tFsl im Jahre 1572 gezeigt haben soll; wenig spater erwähnte auch ificre*) dieser Endemie, und seitdem sind im Laufe des 17. und 18, nrhnnderts zahlreiche Mitlheilungen über die Krankheit erfolgt, welche lliesslich keinen Zwcirel darüber Hessen, dass es sicli dabei um eine •eh, idH Blei behandelten, Wein bedingte Bleivergiftung gehandelt hat Hie weiss man von einer solchen Endemie in jenen Gegenden nichts 1) Sobnn UioAQOTidfls 0Jb» V. iMp, lt»n. Par. i&4&, mA) m^ Ton d«r Canisaa: »est antem .let&Hi f*jo> pota«**, lind an *lm)r »ndem Stelle (Hb. VI* eap, n. E<L clt 5M): ,j8iinji»U „tfnlai mtM% f alatum , ifliiglvjie, nnpoi H ermiTTiliKflnui flcnUnm csindor« qnadain InAoltifi* „Inr, ilaipuliai, tiuaim r.i fUngitdc AriditAtPin cxde»!, IJ« e^itrcnm rri^iwoui4f mem lalwl:, •mcmbra tÄii-pewüüni" ^ nud dieselbe Mäithi'llunif ftnileTi wir Ai^iCtpr tust wÖrtUcb bei Scri- Vanluft LMTfOi lUh.L ca[f. &I Ed. Slfeb. »4}, Paulus Acfri^t^t« (UK V. cap. Ati. 99) ueiiS AetuAriui iMetho4,-mcil. üb, V. eop. 19\ während Gel hu s {} aus Surinam« ^ie Krankheit lür eine exquisite Bleikolik und als die Folge des Ge- ps der in den Niederlanden mit ßleizucker stark versetzten iranzösi- H Weine bezeichnet, daher reiche Leute^ welche gute Weine Irinken, Anne, die gar keinen Wein geniessen, von der Krankheit verschont Cf3, und Blair*) aus British Guayana, welcher bemerkt: „Painter's c, Uiough rarer now and less latal and less invaliding, slnce the ise of drugged clarel, is still frequenlly met with/* — Aus dem ;6sbchen Antheile des Landes (Cayenne) liegt Eunaehst ein Berieht Lefevre*) vor, der in den Jahren 1820 — 22 daselbst als Marine- slatlonirt war, und innerhalb dieser Zeil nicht einen FaU der soge- ien colique seche, weder an der Küste, noch im [nnern des Landes elttii bekommen, auch von andern Aerzten jener Station die Krankheit iiiie sehr selten vorkommende bezeichnen gehört hat; Daniel*), wel- 1} em^ um böpiL 1S34. 95. Mars, Jöitm. hehdom. de IKd. ISSS. K, S, U, Etsat tur la Mr* mäislm tfn ^nad lytnuatbique. Fat-. jS3? ttnd Rerae m^d. im>. Mal ^3d. Beinerlanffen über du Kllmu . . . tod Klo E>aef|l]eb4. FretV 1190. iiu. In Ca «per Wocbeusdirlft iMl. N.ft. 4) Acc<»uQi of tbe last Ycllaw Fever Epidemie. * mn, IL £) Beeheiiili, sur iei eautes tte ta eolique s^cbe aio. Par. 18d»» M, 272 Hirioh, hutoriteh geognpUMlie Pathologto. eher im Jahre 1857 als Direclor des Service de sant^ in Cayenne ftmgifc berichtet auf eine directe Anfrage von Lefövre demselben: ^Les coliqoes seches tont loind'^tre aasti fr^aeniet a la Goayne qi'oi li „port^ a le croire, en lisant les divers oposealca publik aar eette affiectioi H# „d^r^e comme nne nsaladie end^niiqoe dana notra colooie» Depaia den aoi p ,J*bahite ]a